Unsere Renditen im ersten Quartal 2021

Das neue Jahr ist gestartet wie das alte geendet hat. Im reflationären Umfeld konnten wir trotz hoher Cashquote den Benchmark weiter weit hinter uns lassen.

 

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Die Pandemie scheint schon fast Vergangenheit zu sein. Der Frühling steht vor der Tür und die fortschreitende Impfung sowie massiven fiskal– und geldpolitische Unterstützungen haben die Weltwirtschaft aus der schwersten und wahrscheinlich kürzesten Rezession der letzten hundert Jahre katapultiert.

Das Wirtschafts– und somit auch das Börsenumfeld im Vergleich zu vor einem Jahr könnte also nicht unterschiedlicher sein.

Wie hat sich die Prospera-Invest in diesem Umfeld geschlagen?

Ein ausgewogenes Mandat mit mittlerem Risikoprofil hat im ersten Quartal eine Rendite nach Kosten von 6.0% erzielt.* Das passive Benchmarkportfolio rentierte 2.6%.

 

Bereits seit der zweiten Jahreshälfte 2020 wird das vorherrschende Wirtschaftsumfeld sowohl von einem anziehenden Wirtschaftswachstum als auch von einer ansteigenden Inflation geprägt. Auch Reflation genannt.

In einem solchen Umfeld  performen diejenigen Assetklassen besonders gut, die eine geringe, bzw. positive Zinssensitivität aufweisen. Dazu gehören insbesondere Rohstoffe und Aktien aus dem Finanz–, Rohstoff– und Industriebereich. Weniger gut schneiden hingegen Anleihen und Gold ab.

Der nächste Chart zeigt die Assetallokation eines ausgewogenen Mandats per Ende Quartal:

Der bereits zu Beginn des Jahres hohe Cashanteil wurde gegen Ende Quartal nochmals leicht erhöht. Wie man aber sieht, ist es auch mit einem zur Zeit sehr defensiv aufgestellten Portfolio immer noch möglich, ansehnliche Renditen zu erwirtschaften.

Wie ist dies möglich? Die Prospera-Invest verfolgt einen so genannten Global Macro Multi-Asset total Return Investmentansatz. Auf Deutsch bedeutet dies, dass wir uns zum einen nicht nur auf die klassischen Assetklassen Aktien und Anleihen konzentrieren, sondern global und über alle Assetklassen investiert sind. Zum anderen können wir, auch wenn wir praktisch immer Net-long sind, gezielt Short Positionen eingehen und so auch von sinkenden Kursen profitieren.

Neben der in Abhängigkeit vom Wirtschaftsumfeld richtigen Wahl der Assetklassen ist die erzielte Überrendite auf das gezielte Ausnützen von eher kurzfristigen Opportunitäten zurückzuführen. Diese taktische Assetallokation ist wiederrum das Resultat von gutem Market Timing und einem strikten und regelbasiertem Risikomanagement.

Doch nun zurück zu den einzelnen Assetklassen. Bei Aktien sind wir weiter stark untergewichtet. Dies hat sich im Nachhinein klar als Fehler erwiesen. Der teuerste Aktienmarkt aller Zeiten ist für grosse Engagements einfach nicht sexy genug. Oder formeller ausgedrückt weisen Aktien ganz generell gesprochen kein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis auf (mehr dazu hier). Der letzte Rücksetzer, der den Namen Korrektur verdienen würde, geht bereits auf Ende Oktober 2020 zurück. Im abgelaufenen Quartal haben wir nur einmal eine Mini-Korrektur Anfang März für Zukäufe ausgewählter Länder und Sektoren genutzt.

Bei der zweitwichtigsten Assetklasse, den Anleihen, lagen wir hingegen goldrichtig. Staatsanleihen haben wir aufgrund der sehr tiefen und z.T. negativen Verfallsrendite bereits seit Herbst 2019 aus der strategischen Assetallokation entfernt. Speziell in einem Umfeld steigender Zinsen sollte man einen weiten Bogen um langlaufende Anleihen machen. So wiesen 30-jährige US-Staatsanleihen mit einem Verlust von 15.7% das schwächste Quartal seit fast 50 Jahren auf. Der Index aller US-Staatsanleihen wies mit -4% das schlechteste Quartal seit  1980 auf (vgl. Chart) und auch Unternehmensanleihen mit Investmentgrade schnitten mit einem Minus von 4.7%  sehr schwach ab. In unseren Mandaten sind wir wenn überhaupt nur noch in ausgewählten Unternehmensanleihen investiert. Zudem haben wir Anfang November eine kleine Shortposition bei US-Staatsanleihen eröffnet um von den steigenden Zinsen zu profitieren und die Edelmetallpositionen etwas abzusichern.

Immobilien stellen bei uns eine relativ unbedeutende Assetklasse dar. Hier besitzen wir nur eine kleine Position einer Schweizer Immobilienfirma, die durch die relativ stabilen und sicheren Erträge als Anleihen-Ersatz im Portfoliokontext fungiert.

Neben Anleihen gehören Edelmetalle und speziell Gold (rote Linie) zu den schwächsten Assetklassen in einem Umfeld steigender (Real)Zinsen (blaue Linie, invertiert).

Da Edelmetalle und insbesondere Gold keine Korrelation zu Aktienrenditen aufweisen, sind wir der grundsätzlichen Überzeugung, dass diese unabhängig vom gegenwärtigen Wirtschaftsumfeld in jedes Portfolio gehören. Und obwohl Gold im ersten Quartal rund 10% verloren hat, trauen wir dieser Assetklasse gerade im Zeitalter der Notenbankpressen in den kommenden Jahren eine überdurchschnittlich gute Performance zu. Auch gab es in den vergangen 50 Jahren nur 8 weitere Quartale, in denen Gold über 10% verlor. Das Sentiment ist heute entsprechend schlecht und während Gold-ETFs seit Anfang Jahr die grössten Abflüsse der letzten 5 Jahre verzeichneten, haben wir unsere Gold–, Minen– und v.a. Silberbestände im ersten Quartal weiter ausgebaut nachdem wir diese im dritten Quartal 2020 reduziert hatten.

Eine der wichtigsten aber meist stark unterrepräsentierte Assetklasse in einem reflationären Umfeld sind Rohstoffe. Hier sind wir bereits seit dem zweiten Halbjahr 2020 sehr bullish und haben die Positionen im abgeschlossenen Quartal in den von uns favorisierten Rohstoffen weiter ausgebaut.

Die letzte aber nicht minder wichtige Assetklasse sind die Kryptowährungen. Hier waren wir seit September 2020 voll investiert und aufgrund der starken Performance Ende Januar stark übergewichtet. Wir hatten deshalb die Gewinne (etwas zu früh mitgenommen) und fahren seither nur noch unsere Kernposition, die sich weiterhin prächtig entwickelt.

Für den weiteren Verlauf des Jahres 2021 sind wir vorsichtig optimistisch. Der Reflation-Trade ist bereits ziemlich heiss gelaufen und dürfte voraussichtlich im 2. Quartal v.a. aufgrund von Basiseffekten seinen Höhepunkt erreichen. Da wir einen strikt datengetriebenen Investmentansatz verfolgen, halten wir uns mit Prognosen jedoch gerne zurück und werden unsere Assetallokation entsprechend anpassen, wenn sich eine Änderung des Makro-Umfelds abzuzeichnen scheint.

Es grüsst Sie herzlich

* Beim Referenzportfolio handelt es sich um das älteste von uns betreute Mandat, das eine ausgewogene Strategie verfolgt.

 

 

 

 

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