Skip to main content

Die Ruhe vor dem Sturm?

Die Volatilitäten an den Aktienmärkten verharren auf historischen Tiefstständen. Dies kann nicht ewig so weitergehen.

 

  • Die Schwankungsbreite der Aktienkurse befindet sich auf historischen Tiefstwerten.
  • Die Gründe dieser tiefen Volatilitäten sind vielschichtig und nicht immer unbedingt offensichtlich.
  • Die Ruhe an den Aktienmärkten wird nicht ewig andauern. Wie können Sie sich als Anleger positionieren?

 

Newsletter und Charts of the Week kostenlos abonnieren | pdf Download

 

Vielleicht haben Sie ebenfalls davon gehört, dass es Zurzeit an den Aktienmärkten sehr, wirklich sehr ruhig ist. Die Aktienkurse steigen fast täglich auf immer neue Höchststände. Sie tun dies in einer sehr ausgeglichenen, schon fast gemächlichen und sehr konsistenten Art. Dies hat dazu geführt, dass gleichzeitig die Volatiltätsindices (auch Angstbarometer genannt), welche die Schwankungsbreite der Aktienpreise messen, auf immer neue Tiefstände fallen. Der unten stehende Chart zeigt Ihnen auf andere Weise, wie ruhig die Aktienmärkte v.a. seit der Wahl Donald Trumps zum amerikanischen Präsidenten am 8. November 2016 geworden sind. Seither hat es keinen einzigen Tag gegeben, an dem der amerikanische Aktienmarkt mehr als 2% verloren hat.1

 

{modal image="images/notes-fotos/SP500-Korrekturen_gross.jpg"}S&P 500 Korrekturen{/modal}

 

 

Die Gründe dieser Entwicklung sind vielschichtig. Zum einen kehrte nach dem ersten Schock über die Wahl Donald Trumps noch in der Wahlnacht die Vernunft der Anleger zurück. Sie erkannten, dass mit einem wirtschaftsfreundlicheren Kurs zu rechnen ist und dass dieser die bereits relativ gut laufende Wirtschaft weiter unterstützen würde. Zuletzt haben die Steuersenkungspläne zu einem weiteren Schub an den Aktienmärkten geführt. Zum anderen hat die ultraexpansive Notenbankpolitik der vergangenen Jahre nicht nur die Vermögenspreise immer weiter nach oben getrieben, sie hat bei den Investoren auch zu einer immer grösseren Sorglosigkeit geführt. Die Anleger wissen, dass wann immer Ungemach an den Märkten droht, die Notenbanken einschreiten und die Kurse stützen. Heute befürchtet daher fast niemand einen plötzlichen und starken Einbruch an den Märkten. Dies ist umso gefährlicher, da aufgrund des „tiefen Risikos“ mit immer mehr Fremdkapital immer grössere Positionen eingegangen werden. Sollte dieser Trend einmal enden, was früher oder später definitiv der Fall sein wird, dann wird auch der Abverkauf umso heftiger und schneller ablaufen.

Die Frage aller Fragen ist also, wann sich dieser Trend nun umkehrt. Ehrlicherweise lässt sich dies jedoch nicht beantworten da es ex-ante praktisch unmöglich ist, den auslösenden Moment zu erkennen. Vielfach gibt es diesen auch gar nicht. Oft ist eine Abfolge von negativen Ereignissen, die zu einer Änderung der Stimmung an den Märkten führt und die Verkäufer schlicht in der Mehrzahl sind. Wenn alle vom drohenden Platzen einer Blase reden, dann wird sie wahrscheinlich nicht platzen. Nichtsdestotrotz finde ich die Frage nach dem Wann äusserst interessant, denn sie regt zur Reflexion und zu kreativem Denken an.

Die Sichtweise vieler Marktteilnehmer, mich eingeschlossen, ist noch immer sehr US-zentristisch. Dabei ist es längst nicht mehr so, dass die USA dem Rest der Welt alleine den Takt vorgeben. Mehr und mehr Rückt vor allem China in diese Rolle, das bereits heute die zweitgrösste Wirtschaftsmacht der Welt ist und nach der Realwirtschaft nun auch seinen Finanzmarkt immer enger mit der übrigen Welt vernetzt. Deshalb kann der Liste von Einflussfaktoren für die Ruhe an den Märkten ein weiterer hinzugefügt werden. Und zwar der 19. Parteikongress der kommunistischen Partei Chinas. Im Vorfeld hatte die chinesische Führung alles unternommen, um die Märkte ruhig zu halten. So wurden beispielsweise nicht nur Firmen angewiesen, allfällige negative Ereignisse erst nach dem Ende des Kongresses zu veröffentlichen. Es wurde sogar ein übergrosses Plakat an den Eingang der wichtigsten Inlandbörse in Shenzhen gehängt, auf dem die Börsianer aufgefordert wurden in den nächsten 20 Tagen alles zu unternehmen, um die Stabilität an den Aktienmärkten zu gewährleisten. Wie Sie der unten stehenden Grafik entnehmen können, hat es die chinesische Führung auch in der Vergangenheit geschafft mit solchen Massnahmen vor dem Kongress für steigende Aktienkurse und eine tiefere Volatilität zu sorgen.2

 

 {modal image="images/notes-fotos/MSCI-China-2017-10-17.jpg"}{/modal}

 

Im Nachgang hat sich diese Beziehung jeweils umgekehrt und sowohl die Aktienpreise gaben nach und die Volatilität nahm wieder zu. Der Parteikongress endet am 25. Oktober. Verstehe mich nicht falsch, weder prognostiziere ich einen Crash noch muss es zwingend zu einem Abschwung kommen. Es ist nur so, dass mich die sehr hohen Bewertungen an den weltweiten Aktien– und Bondmärkten, die mit einer solchen Ruhe und Sorglosigkeit einhergehen, unruhig werden lassen. Als Anleger solltesn Sie sich deshalb überlegen, ob a) ein Einstieg zu diesen Preisniveaus noch Sinn macht und b) ob Sie zumindest einen Teil bestehender Buchgewinne realisieren oder Sie sich diese absichern wollen. Letzteres ist aufgrund der tiefen Volatilitäten besonders günstig.

Ich hoffe, Ihnen hiermit geholfen zu haben. Wenn Sie meinen Newsletter mögen, dann empfehlen Sie ihn doch einfach Ihren Freunden und Bekannten weiter!

Es grüsst Sie herzlich

 

Wünschen Sie eine unabhängige und professionelle Vermögensverwaltung?

Dann kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Kennenlerngespräch.

 

 

Folgen Sie uns auf Social Media

    

 

 

 

 

Quellen:

1 Bloomberg, 2 FactSet, MSCI, GSGIS


    Warning: Attempt to read property "prev" on string in /var/www/vhosts/prospera-invest.ch/httpdocs/templates/yootheme_child/templates/article.php on line 194

    Warning: Attempt to read property "next" on string in /var/www/vhosts/prospera-invest.ch/httpdocs/templates/yootheme_child/templates/article.php on line 198