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Wann implodiert das Schulden-Kartenhaus?

Die immer weiter steigende globale Verschuldung der Staaten, Unternehmen und Haushalte ist auf die Dauer nicht tragbar und macht das gesamte Wirtschafssystem zunehmend instabil.

 

  • Das Kreditwesen ist ein wesentliches Bestimmungsmerkmal unserer Wirtschaftsordnung.
  • In den vergangenen 30 Jahren hat sich das Zinsniveau stetig nach unten bewegt.
  • Die tiefen Zinsen haben dabei zu einer enormem Zunahme der globalen Verschuldung geführt.
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Der mit Abstand wichtigste Rohstoff unseres Wirtschaftssystems ist Geld. Der Preis dieses Rohstoffes ist der Zins. Führt man die beiden zusammen, spricht man von einem Kredit. Man könnte also sagen, dass ein wesentliches Bestimmungsmerkmal einer marktwirtschaftlichen (genauer aber weniger beliebt: kapitalistischen) Wirtschaftsordnung das Vorhandensein eines Kreditwesens ist. Dieses wiederrum wird von den jeweiligen nationalen Notenbanken wesentlich beeinflusst, die durch die Festlegung der Leitzinsen das gesamte Kreditsystem und somit die Wirtschaft insgesamt zu steuern versuchen (Transmissionsmechanismus). Kommt es zu einer Rezession, wie wir dies beispielsweise vor rund 10 Jahren das letzte Mal erlebt haben, dann versuchen die Notenbanken über Zinssenkungen die Kreditvergabe und somit das Wirtschaftswachstum zu stimulieren.

In den vergangenen 30 Jahren wurde diese expansive Art von Geldpolitik zur Bekämpfung von Wirtschaftskrisen wiederholt angewendet und hat dazu geführt, dass sich das Zinsniveau schrittweise immer weiter abgesenkt hat. Beispielhaft lässt sich dies an der Zinsentwicklung für 10-jährige amerikanische Staatsanleihen ablesen:

 

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Als Ende der 1970er Jahre des vergangenen Jahrhunderts die Inflationsrate in den USA aufgrund der ausufernden staatlichen Verschuldung und der beiden Ölkrisen fast 15% erreichte, entschied sich der damalige Notenbankchef der Federal Reserve, Paul Volcker, den Referenzsatz (Federal Funds Rate) bis Juni 1981 auf heute unvorstellbare 20% anzuheben. Als die Inflation sich über die nächsten 3 Jahre auf unter 3% einpendelte, konnte auch der Referenzzinssatz sukzessive und in Abhängigkeit der Wirtschaftsentwicklung gesenkt werden.1 Die tiefen Zinsen waren an sich kein Problem, da die einsetzende Globalisierung zu einer Absenkung der Löhne und der Produktionskosten führte und somit zu einer Phase stabiler und tiefer Inflationsraten in den westlichen Industriestaaten führte.

Mit den tiefen Zinsen einher ging gleichzeitig ein enormer Anstieg der globalen Verschuldung sowohl der Staaten, der Unternehmen als auch der Privathaushalte. Allein seit 2001 ist die gesamte Verschuldung aller drei Kategorien in den Industriestaaten von knapp 200% auf fast 300% der Wirtschaftsleistung gestiegen. In den Schwellenländern ist der Anstieg nicht weniger dramatisch. Diese haben sich im gleichen Zeitraum von 110% auf 180% ihrer Wirtschaftsleistung verschuldet.2 (Abonnenten dieses Newsletters habe ich in den Charts of the Week eine interessante Grafik beigelegt, die die Auswirkungen einer zu hohen Auslandsverschuldung von Schwellenländern thematisiert). Insgesamt ist die Welt heute mit fast 240 Billionen US Dollar verschuldet und ein Ende ist nicht absehbar.3

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Irgendwann wird ein Punkt erreicht sein, bei dem dieses Schuldenniveau nicht mehr tragbar ist. Sei es, weil die Schuldenquote immer weiter ansteigt und/oder sei es, weil die 30-jährige Phase immer weiter fallenden Zinsen sich umkehrt und damit die Zinskosten durch die Decke schiessen werden.

Die Schulden sind viel zu hoch als, dass sie jemals zurückgezahlt werden können. Und in einer Wirtschaftswelt, die auf Schulden aufgebaut ist, werden mittel– bis langfristig die Gläubiger zwangsläufig den Kürzeren ziehen. Die Schuldner hingegen werden zu den Gewinnern gehören, da sie sich Geld leihen konnten, dass sie faktisch nicht zurückzahlen müssen. Ganz nach dem Motto des amerikanischen Industriellen J. Paul Getty:

„If you owe the bank $100, that's your problem. If you owe the bank $100 million, that's the bank's problem.“

Kluge Anleger sind sich diesem Umstand bewusst und werden diese Erkenntnis in der Vermögensaufteilung ihres Investmentportfolios entsprechend berücksichtigen.

Es grüsst Sie herzlich

 

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Quellen:

1Wikipedia 2 Hinder Asset Management 3 Bloomberg


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