Skip to main content

The most crowded Trade on the Street

Vergiss Aktien, Anleihen oder Bitcoin. Eine der grössten Blasen besteht in Produkten, die auf eine sinkende Volatilität von Aktien setzen.

 

  • Das Vermögen von Anlageprodukten, die auf sinkende Volatilitäten setzen hat sich seit Anfang Jahr verdreifacht.
  • Short Volatility ETFs sind sehr risikoreich, da sie ein asymmetrisches Risikoprofil aufweisen.
  • Verluste in Aktien würden zu überproportionalen Verlusten in Short Volatility ETFs führen.

 

Newsletter und Charts of the Week kostenlos abonnieren | pdf Download

 

Das Aktien nicht mehr unbedingt günstig sind ist weitherum bekannt. Aber auch andere Vermögenswerte wie Anleihen, Immobilen, Kryptowährungen oder Kunstgegenstände haben in den vergangenen Jahren auf breiter Basis massiv im Preis zugelegt. Im Kunstbereich ist dieser Exzess besonders bemerkenswert. In den letzten drei Jahren wurden 21 Gemälde mit einem Wert von über 65 Millionen Dollar zu einem Gesamtpreis von 2.5 Milliarden Dollar verkauft! Das macht durchschnittlich rund 120 Millionen Dollar für eine Leinwand mit etwas Farbe darauf. Das teuerste Bild war ein Werk des Künstlers Willem de Kooning, das im September 2015 für stolze 300 Millionen Dollar einen Käufer fand. Es gilt damit als das teuerste Bild aller Zeiten.1

Im letzten Newsletter The Sky is the Limit... habe ich die übertriebene Bewertung amerikanischer Aktien thematisiert und gezeigt, dass diese mit einer überaus hohen Risikobereitschaft und Sorglosigkeit in Form einer rekordtiefen Volatilität einhergeht. Dabei kann letztere quasi als eigene Assetklasse gesehen werden. Dies deshalb, da seit einigen Jahren auch Privatinvestoren die Möglichkeit haben über Exchange Traded Funds (ETF) auf den Anstieg oder den Fall der Volatilität am Aktienmarkt zu wetten. Und sie tun dies in überaus engagierter Weise vor allem auf der Short-Seite, d.h. sie wetten auf eine fallende Volatilität. In den Short Volatility ETF werden heute rund 2.4 Milliarden Dollar verwaltet, dreimal so viel wie Anfang Jahr.2 Das grösste Produkt VelocityShare Daily Inverse VIX ETN  hat alleine seit Anfang Jahr über 120% an Wert zugelegt.3 Die Volatilitäts-ETF kaufen oder verkaufen dabei Terminkontrakte des VIX Futures. Der private Endinvestor kann anschliessend einen Anteil des jeweiligen ETF an der Börse kaufen. Die unten stehende Grafik zeigt Dir die Nettopositionen (Long minus Short) diese Futures plus der Optionen auf diesen.

 

{modal image="images/notes-fotos/Volatilitt-Nettopositionen.jpg"}{/modal}

 

Die Nettopositionen zeigen, auf welcher Seite (Short oder Long) sich die Investoren positioniert haben. Anleger verwenden diese Daten häufig als Kontraindikator. Denn wenn sich viele Investoren auf der gleichen Seite befinden (hier Short), bedeutet dies, dass nur noch wenige Verkäufer übrig sind und eine Gegenbewegung wahrscheinlicher wird.

Der massive Short-Überhang hat die Volatilität heute zur am meisten unterbewerteten Assetklasse gemacht. Aus Anlegersicht ist dabei vor allem die folgende Überlegungen wichtig:

Die Volatilität ist auf historischen Tiefständen. Wenn Sie also auf eine weiter sinkende Volatilität spekulieren würden, dann wäre Ihr Upside relativ begrenzt. Im Unterschied zu Aktien oder Anleihen ist das Risikoprofil von Short Volatility ETFs zudem stark asymmetrisch. Die Erklärung warum dies so ist, wäre sehr technisch und würde den Rahmen dieses Newsletters sprengen. Praktisch bedeutet es aber, dass Sie als Anleger zwar von stetigen kleinen positiven Renditen profitieren solange die Aktienkurse weiter steigen und somit die Volatilität tief bleibt.  Steigt diese jedoch an, nehmen die Verluste exponentiell zu. Das es hierfür nicht viel braucht, zeigt die folgende Grafik.4

 {modal image="images/notes-fotos/Volatilittssensitivitt.JPG"}{/modal}

 

Die rote Linie zeigt, dass eine Korrektur von gerade einmal 2% über drei Tage bei amerikanischen Aktien (X-Achse) ausreichen würde, damit der Volatilitätsindex (VIX, Y-Achse) um über 40% steigt. Am Freitag schloss der VIX bei 11.29 und eine 2% Korrektur im Aktienmarkt würde ihn auf 15.81 „katapultieren“. Der langfristige Durchschnitt liegt übrigens bei 18.62. Im Oktober 2008, während dem Höhepunkt der Finanzkrise, erreichte der VIX seinen Höchststand bei 96.40. Nicht umsonst wird also Volatilität als die am meisten unterbewertete „Anlageklasse“ gesehen. Ein Short Volatility ETF und somit das Gegenteil, müsste man demnach als die am meisten überbewertete Anlage bezeichnen.

Es grüsst Sie herzlich

 

Wünschen Sie eine unabhängige und professionelle Vermögensverwaltung?

Dann kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Kennenlerngespräch.

 

 

Folgen Sie uns auf Social Media

    

 

 

 

Quellen:

1 Wikipedia, 2 Zerohedge, 3 Bloomberg, 4 Artemis Capital Management LP


    Warning: Attempt to read property "prev" on string in /var/www/vhosts/prospera-invest.ch/httpdocs/templates/yootheme_child/templates/article.php on line 194

    Warning: Attempt to read property "next" on string in /var/www/vhosts/prospera-invest.ch/httpdocs/templates/yootheme_child/templates/article.php on line 198