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Wie weiter am Aktienmarkt?

Nach dem fulminanten Rally in 2017 und der Korrektur im Februar befindet sich der Aktienmarkt in einer entscheidenden Phase. Welche Faktoren könnten die weitere Entwicklung entscheiden?

 

  • Der Aktienmarkt weist momentan keine klare Richtung auf.
  • Ein eskalierender Handelskrieg hätte weitreichende Konsequenzen für die Wirtschaft und die Märkte.
  • Die abnehmende Marktbreite im Technologiesektor deutet bereits das Ende des Bullenmarktes an.

 

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Auch die vergangene Börsenwoche zeigte noch keine klare Richtung an, in welche sich die Aktienkurse in naher Zukunft bewegen könnten. Die positiven Zinssignale der Vorwoche hielten nur kurz an und bereits am Dienstag setzte eine erneute Abwärtsbewegung ein, die bis zum Ende der Woche anhielt. Grund hierfür war die Ankündigung von Donald Trump Einfuhrzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte erheben zu wollen. Vor allem die Europäische Union würde davon sehr stark getroffen. Sie ist nicht nur der grösste Handelspartner der USA, sondern exportiert mit rund 460 Millionen US Dollar1 zusammen mit Kanada auch den meisten Stahl nach Amerika. Die EU Kommission hat ihrerseits bereits Gegenmassnahmen angekündigt und will nun Strafzölle auf amerikanische Produkte wie Whisky, Bluejeans oder Harleys erheben. The Donald hatte darauf wiederrum gedroht, auch Autos aus europäischer Produktion mit Zöllen zu belegen. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass Handelskriege eine Abwärtsspirale auslösen können, bei der jede Massnahme weitere Gegenmassnahmen zur Folge hat. Der internationale Warenhandel würde massiv beeinträchtigt und sich entsprechend negativ auf die Wirtschaftsentwicklung aller Beteiligten auswirken. Als die USA unter George W. Bush zu Beginn des Jahres 2002 das letzte Mal Importzölle auf Stahl erhoben, wirkte sich dies stark negativ sowohl auf die Aktienmärkte als auch den Wert des US Dollars aus. Gold hingegen profitierte:

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Die Einfuhr von Importzöllen ist zwar noch nicht definitiv entschieden, sie würde jedoch genau der von Präsident Trump und seinem Kabinett vertretenen Handelspolitik entsprechen und es ist anzunehmen, dass diese auch umgesetzt wird.

Ein weiterer Indikator dafür, dass wir in den kommenden Wochen und Monaten eher sinkende Kurse sehen könnten, ist die abnehmende Marktbreite. Damit ist gemeint, dass immer weniger einzelne Aktien für die positive Gesamtperformance eines Index verantwortlich sind. Es handelt sich dabei meistens um wenige, sehr populäre Aktien, die über die Zeit immer höher notieren und dabei oft jeglichen Bezug zu einer als vernünftig geltenden Bewertung verlieren. Im Schatten dieser Outperformer haben zur gleichen Zeit jedoch die meisten anderen Aktien ihre Höchststände gesehen und befinden sich bereits in einer Abwärtsbewegung. Die Outperformer kaschieren also die eigentlich eher negative Gesamtlage und vor allem eher uninformierte Anleger lassen sich gerne dadurch blenden und kaufen weiter munter Aktien. Die Veränderung der Marktbreite lässt sich u.a. dadurch eruieren, wenn man die Performance eines gleichgewichteten Index mit derjenigen eines marktkapitalisierten Index vergleicht. Hier am Beispiel des amerikanischen Technologieindex Nasdaq:

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Seit seinem Tiefstand im März 2009 bis Ende 2017 wies der nach Markkapitalisierung gewichtete Nasdaq mit 319% eine schlechtere Performance auf als der gleichgewichtete Index, der um 336% zulegte. Die Bewegung war also breit abgestützt, da Unternehmen mit einer tieferen Marktkapitalisierung mehr zur Gesamtperformance beisteuerten. Wie Sie dem oben stehenden Chart entnehmen können, nahm die Markbreite seit dem Jahr 2017 jedoch immer mehr ab und insbesondere seit dem letzten Herbst wies der markkapitalisierte Nasdaq (orange Linie) eine immer stärkere Outperformance im Vergleich zum gleichgewichteten Index (blaue Linie) auf. Seit 2017 beträgt der Renditeunterschied rund 5%. Dies bedeutet, dass bereits hoch bewertete Unternehmen einen immer grösseren Einfluss auf die Indexperformance hatten und auch seit der letzten Korrektur Anfang Februar immer noch haben.

Doch um welche Unternehmen handelt es sich hier genau? Was 1929 United Steel oder General Motors, in den 1960er Jahren die Nifty Fifty oder zur Jahrtausendwende die Dotcoms waren, sind heute die so genannten FANGs. Sie haben den Begriff sicher schon einmal gehört. Er steht für die Börsenlieblinge unserer Zeit: Facebook, Amazon, Netflix und Google. Diese vier Unternehmen machen mit rund 8‘100 Milliarden US Dollar 26% der gesamten Markkapitalisierung der insgesamt 42 im Nasdaq enthaltenen Unernehmen aus.2 Der folgende Chart zeigt Dir, dass diese vier Aktien den Nasdaq seit 2017 stark outperfomen konnten:

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So legte der Nasdaq in dieser Zeitperiode um 34% zu während Google 42%, Facebook 53%, Amazon 100% und Netflix 125% rentierten. Besonders bei Amazon und Netflix ist nicht nur die Rendite bemerkenswert, sondern auch der Umstand, dass diese zwei Aktien letzte Woche bereits wieder neue Höchststände erreichen konnten.

Nicht nur sind die Bewertungen der FANG-Stocks lächerlich hoch und ein Kauf käme für mich nie und nimmer in Frage.

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Auch scheint sich das Muster der abnehmenden Marktbreite und gleichzeitiger starker Outperformance einiger weniger Börsenlieblinge, dass wir in der Vergangenheit am Ende eines Börsenzyklus bereits so oft gesehen haben, drehbuchartig zu wiederholen. Der mittelfristigen Entwicklung des Gesamtmarktes stehe ich daher eher skeptisch gegenüber.

Es grüsst Sie herzlich

 

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Quellen:

1 BBC 2 Nasdaq.com


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