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Der Triumph des Kapitalismus

Das marktwirtschaftliche Wirtschaftssystem hat zu einem enormen Rückgang der globalen Armut geführt. Staatliche Eingriffe als Folge einer neuen Wirtschaftskrise bedrohen diesen Erfolg.

 

  • Eigentumsrechte, freier Wettbewerb und Handel sowie das Gesetz von Angebot und Nachfrage definieren ein kapitalistisches Wirtschaftssystem.
  • Der globale Siegeszug des Kapitalismus hat zu einem enormen Rückgang der Armut geführt.
  • Sollte es zu einer neuen Wirtschaftskrise kommen, würde der Ruf nach staatlichen Eingriffen diesen Erfolg gefährden.

 

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Das Wort Kapitalismus ist in unserer Gesellschaft eher negativ konnotiert. Kapitalismus wird häufig als ein unfaires und unsoziales System angesehen, in dem die Reichen und die westlichen Industriestatten sich auf Kosten der Armen und der Entwicklungsländern bereichern und diese hemmungslos ausbeuten. Da der Kapitalismus einen schlechten Ruf hat, wird er den Bürgern oft als Marktwirtschaft oder noch besser, als soziale Marktwirtschaft verkauft. Diese Begriffe weisen eine deutlich höhere Akzeptanz auf, meinen aber im Endeffekt genau das gleiche: ein Wirtschaftssystem, das auf Eigentumsrechten, dem freien Wettbewerb und Handel sowie den Gesetzen von Angebot und Nachfrage basiert. Der Staat beschränkt sich auf die Setzung der Spielregeln, hält sich ansonsten aber aus der Wirtschaft heraus.

In China hat sich der Durchbruch dieses marktwirtschaftlichen Wirtschaftssystems bereits seit der von Deng Xiaoping eingeführten Reform– und Öffnungspolitik Ende der 1970er Jahre abgezeichnet. Spätestens nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor fast 30 Jahren hat es sich bis auf wenige Ausnahmen weltweit durchgesetzt. Chinas Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) im Jahr 2001 hat dann dem globalen Freihandel nochmals einen enormen Schub gebracht der bis heute anhält.

Dieser globale Triumph des Kapitalismus hat dazu geführt, dass sich die weltweite Armut trotz anhaltendem Bevölkerungswachstum in nur 24 Jahren mehr als halbiert hat. Lebten 1990 noch 1.85 von 5.3 Milliarden Menschen von weniger als 1.90 US Dollar pro Tag, waren es im Jahr 2013 nur noch 767 Millionen von 7.2 Milliarden Menschen.1 Wie die folgende Grafik zeigt, reduzierte sich die weltweite Armutsrate (schwarze Linie) von 35% im Jahr 1987 auf nur noch 11% im Jahr 2013 und dürfte heute unter 10% liegen.

 

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Vom Rückgang der Armut sind glücklicherweise alle Weltregionen betroffen, wobei der Rückgang in Südasien, wozu China zählt, am stärksten war (48% in 1987 zu 15% in 2013). Weiter wird davon ausgegangen, dass die weltweite Armut bis ins Jahr 2030 auf 4% zurückgehen wird.2

Für mich ist es unzweifelhaft, dass der weltweite Siegeszug der Marktwirtschaft und der damit unweigerlich verbundene technologische Fortschritt dazu geführt hat, dass heute Milliarden von Menschen nicht nur nicht mehr in Armut leben, sondern einen stetig wachsenden Wohlstand geniessen können.

Insbesondere wenn man Negativbeispiele wie Nordkorea oder Venezuela heranzieht, wird diese Behauptung noch überzeugender. Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung der Wirtschaftsleistung pro Kopf für die beiden Koreas:

 

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Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist im Endeffekt nichts anderes als die Summe der freien Entscheidungen und der Interaktion aller an ihm beteiligten Subjekte (Unternehmen und Einzelpersonen in Form von Konsumenten) und kann als ein komplexes und adaptives System bezeichnet werden, da es aus einer Vielzahl an einzelnen Subjekten besteht, die ihr Verhalten ständig dem Verhalten der anderen Subjekte anpassen. Die Geschichte hat zu Hauf gezeigt, dass es unmöglich ist, ein solches System zentral zu steuern. Sei dies explizit in Form einer kommunistischen oder sozialistischen Planwirtschaft (Nordkorea, Kuba, UdSSR, China vor 1979, Venezuela) oder wie heute hauptsächlich vorkommend, implizit und eher subtil durch die Geldpolitik der Notenbanken. Diese ist nämlich nichts anderes als ein marktverzerrender Eingriff in das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage des wichtigsten Rohstoffs in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem: dem Geld.

Wie alle Markeingriffe führt auch dieser zu einer enormen Fehlallokation von Kapital (z.B. Zombifirmen). Es wird ein Zeitpunkt kommen, an dem diese Verzerrungen in Form einer Finanz– und Wirtschaftskrise zu Tage treten werden. Dann wird es wieder genau so sein wie nach der letzten Finanzkrise vor 10 Jahren: dem Kapitalismus wird erneut die Schuld für die Misere gegeben und der Rufe nach staatlichen Eingriffen werden wieder laut. Mit anderen Worten wird man erneut versuchen, die vorher bereits fehlgeschlagenen Eingriffe mit noch weiteren Eingriffen zu korrigieren. Einfach nichts machen ist für die Politik nie eine Alternative. Good luck with that.

Es grüsst Sie herzlich

 

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Quellen:

1 Worldbank 2 ourworldindata.org


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